Rike Wagner
Zu tief ins Glas gschaut
Standig entstehen neue kuriose Geschichten, Organisationen, Verschworungstheorien und Pseudowahrheiten, die uns allesamt entweder durch Konsum aus der eigenen Misere helfen oder Schuldige dafur fnden sollen. Besonders im Netz. Dort kann jeder in die
Untiefen der eigenen Wahrnehmung abtauchen. Was nicht gefallt, wird an den Pranger gestellt. Da fuhlt man sich doch direkt ins Mittelalter zuruckgeworfen. Falsch! Genau genommen in die fruhe Neuzeit. Denn da ging es erst richtig los mit der Hexenverfolgung.
Rike Wagner recherchiert gerne Quellen zu den Themen, mit denen sie sich auseinandersetzt. Dazu versinkt sie auch mal uber Wochen in Bucherbergen und stellt fest: Wir drehen uns seit Jahrhunderten im Kreis. Auch unsere Ansichten gleichen oft genug einem vermeintlich vergangenen Weltbild. So ist es die Rothaarige gewohnt, als Hexe bezeichnet zu werden und macht das Beste daraus – sie nimmt die Rolle an!
In ihrem dritten Programm zeigt uns Rike wie schwierig es ist als „Neuzeitliche Hexe“ zu bestehen. Wahrend sich die Gesellschaft bequem in ihrer eigenen „Bubble“ bewegt sucht sich Rike Wagner ein Best of der eigenen Ansichten, Geruchte und Vorurteile.
Sie bewegt in ihrer bekannten Gesichtsakrobatik die verschiedenen Typen auf der Buhne und bringt uns mit hohem Unterhaltungswert unserer eigenen, eindimensionalen Meinung etwas naher. Lehnen Sie sich zuruck wahrend sich Rike Wagner weit uber das Kristallglas lehnt.
Foto: Verena Gremmer
https://www.rikewagner.de